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Wer studiert, gewinnt Freiheiten. Gleichzeitig muss er sich von lieb gewonnenen Gewohnheiten trennen. Hotel Mama war einmal. Wie der Abschied leichter fällt und was alles zu bedenken ist, zeigen wir Ihnen hier.
Rund ums Studium
Eine eigene Bude. Endlich. Selbst über die Möbel entscheiden. Kein Aufräumstress mehr. Vorbei die Zeiten von Kontrolle und guten Ratschlägen. Vorbei aber auch die Zeiten von Mietfreiheit und gefülltem Kühlschrank. Wer fürs Studium zu Hause auszieht, gewinnt Freiheit, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Das bedeutet aber auch: Verantwortung, Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen. Zudem brauchen Erstsemester einen ungefähren Plan von dem, was ansteht.
My home is my castle
Die Suche nach einer neuen Bleibe sollte auf der To-do-Liste ganz oben stehen. Schließlich spielt sich dort das neue Leben ab. Ob es gleich die eigene Wohnung wird, hängt von den Finanzen ab. Preiswerte Alternativen bieten Studentenwohnheime und Wohngemeinschaften. Von Vorteil sind bei diesen Varianten nicht nur die unschlagbaren Mieten. Vor allem finden Sie dort sofort Anschluss zu Kommilitonen. Das schafft Nähe und ist eine super Informationsquelle für alle Belange rund um die Uni.
Erster Ansprechpartner für Plätze im Wohnheim oder in WGs ist das Studentenwerk. Die halbstaatliche Einrichtung unterhält an jedem Hochschulstandort ein eigenes Büro. Details finden Sie für Rostock und Wismar unter www.studentenwerk-rostock.de und für Greifswald, Stralsund sowie Neubrandenburg unter www.studentenwerk-greifswald.de.
Gerade zu Semesterbeginn lohnt zudem ein Blick auf die Schwarzen Bretter der einzelnen Hochschulen. Sie hängen meist im Eingangsbereich der Hauptgebäude oder in den Mensen. Einige Hochschulen veröffentlichen ihr Schwarzes Brett oder Informationen über entsprechende Wohnraumbörsen mittlerweile auch im Internet:
Wohnraumbörse der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Wohnungsbörse des AStA Greifswald
Schwarzes Brett der Hochschule Neubrandenburg
Hochschule Wismar
Universität Rostock
Ein sicherer Tipp für WG-Liebhaber sind folgende Seiten im Netz:
www.wg-klick.de
www.wg-gesucht.de
www.mitwohnzentrale.de
www.studenten-wg.de
Last but not least studiert der clevere Wohnungssucher die Zeitung. Entweder die regionalen Tageszeitungen Ostseezeitung, Schweriner Volkszeitung und Nordkurier oder kostenlose Anzeigenblätter wie Kurier und Blitz.
Ohne Moos nix los
Wie schon gesagt, Studenten genießen viele Freiheiten. Diese wollen aber auch bezahlt sein. Und das fernab von Mutti und Vati. Wer Glück hat, wird von seinen Eltern großzügig unterstützt. Bei den meisten sieht das Budget allerdings recht schmal aus. Oft ist am Ende des Geldes noch sehr viel Monat übrig. Studenten in Mecklenburg-Vorpommern haben diesbezüglich zwei Riesenvorteile: Die Lebenshaltungskosten liegen hier weit unter denen anderer Bundesländer. Und es fallen keine Studiengebühren an.
Wer dann noch auf ein Auto verzichten kann und bei den Eltern krankenversichert ist, kann seine monatlichen Kosten enorm drücken. Ein preiswertes Zimmer, eingerichtet auf den Trödelmärkten der Gegend senkt das Ganze noch einmal.
Potenzial für Sparfüchse
Nicht mit Fünfsternemenüs, dennoch gut und vor allem günstig verköstigen die Mensen ihre Gäste. Sie werden von den Studentenwerken betrieben. Die Mensen in Rostock und Greifswald gehören übrigens in den Rankings von Unicum regelmäßig zu den besten in Deutschland.
Preiswert von A nach B kommen Studenten mit den ermäßigten Tickets der Bahn oder auch des öffentlichen Nahverkehrs. Viele Banken richten Studentenkonten ein. Hier wie auch bei vielen Online-Konten entfallen meist die Kontoführungsgebühren. Überhaupt lässt sich der Geldbeutel mit dem Studentenausweis erheblich schonen: bei Flügen, Gebühren (z. B. GEZ), Zeitschriftenabos, Eintritten, Theaterkarten und, und, und.
Geld verdienen
Bei wem das Portemonnaie trotzdem vor Leere gähnt, der sollte über einen Nebenjob nachdenken. Bis zu 400 Euro pro Monat dürfen Studenten steuerfrei verdienen. Zu den Klassikern zählen dabei Kellnern, Babysitten, Nachhilfe, Zeitungen austragen, Umzugshilfe und Promotionjobs (Jobbörsen im Internet). Besonders zu empfehlen sind bezahlte Praktika, die inhaltlich mit Ihrem Studium zu tun haben. Sind Sie beispielsweise Journalistikstudent, könnten Sie als Reporter bei einer Zeitung anheuern. Oder als studentische Hilfskraft beziehungsweise als Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt, wenn Ihr Studium eher wissenschaftlich ausgerichtet ist. Hier kennen sich die Sekretärinnen Ihrer Professoren häufig sehr gut aus. Wer sich für Automobilzulieferer interessiert, sollte unter www.automotivemv-net.de nachschauen; um Biotechnologie geht es auf www.bcv.org.
Nebenjobs außerhalb der Hochschule vermitteln die Agenturen für Arbeit, die Studentenwerke sowie die Büros der Fachschaften und Studentenparlamente.
Finanzielle Unterstützung vom Staat
Wer keinen Job findet, keine Zeit zum Arbeiten hat oder trotz Nebenbeschäftigung ständig klamm bei Kasse ist, muss nicht verzagen. Es gibt genügend Alternativen für die Studienfinanzierung. Die bekannteste ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Der Höchstsatz des staatlichen Zuschusses liegt zurzeit bei 585 Euro monatlich, die Bewilligung hängt von diversen Faktoren und noch mehr auszufüllenden Formblättern ab. Fest steht: Das Darlehen ist zinslos und muss fünf Jahre nach Ende des Studiums zurückgezahlt werden. Aber nur zur Hälfte. Die andere ist geschenkt. Mehr Informationen gibt es unter www.bafoeg.bmbf.de.
Wie Stiftungen und Banken helfen
Zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Vereine, aber auch Parteien, Zeitungsverlage oder konfessionelle Träger betreiben Stiftungen, die Studenten finanziell unter die Arme greifen. Die Auswahlkriterien beziehen sich meist auf die Ausrichtung der Studiengänge.
Wenn Sie maximal zwölf Monate im Ausland studieren wollen, sind Sie beim DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst e.V.) richtig. Er vergibt Stipendien für Auslandsaufenthalte. Nähere Informationen über das Förderprogramm und die Bewerbung erhalten Sie an Ihrer Hochschule.
Eine eher junge Erscheinung in Deutschland sind Studienkredite oder Studiendarlehen. Da Zinsen und Zinseszinsen hier jedoch deutlich zu Buche schlagen, will diese Variante sehr gründlich geprüft und überlegt sein. Ansprechpartner sind sowohl Privatbanken als auch die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank). Einen informativen Überblick zum Thema bietet die Stiftung Warentest unter dem Stichwort „Studienkredit“.
Gut versichert?
Für Studenten besteht in Deutschland Versicherungspflicht. Das heißt, Sie müssen sich kranken- und pflegeversichern und dies bei der Hochschule nachweisen. Das geht entweder über die Familienversicherung der Eltern (Höchstalter 25 zuzüglich Wehr- oder Zivildienst) oder in der studentischen Krankenversicherung. Wer jobbt, sollte auf die Verdienstgrenzen achten. Infos unter www.studentenwerke.de.
Sind Sie bei einem Familienmitglied privat mitversichert, können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Bescheinigung über die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherung müssen Sie der Hochschule ebenfalls vorlegen.
Neben der Krankenversicherung sollten Sie auch Ihre privaten Versicherungen genau unter die Lupe nehmen. Wo sind Lücken, welche Versicherungen sind überflüssig, welche werden noch kostenlos von den Eltern gedeckt? Wichtig sind in diesem Kontext die private Haftpflicht (läuft über die Eltern, wenn vorhanden), die Hausratversicherung (bei dauerhaftem Auszug nicht mehr durch Eltern versichert), die Kfz-Haftpflicht (obligatorisch bei eigenem Mofa, Roller oder Auto) und die private Unfallversicherung (die gesetzliche springt nur ein, wenn der Unfall ursächlich mit der Hochschule zusammenhängt). Wer viel im Ausland unterwegs ist, sollte eine Auslandsreiseversicherung abschließen.